Mehr Studenten in die Stadt

Autor: Magna cum MG 

Die Hochschule Niederrhein nimmt in den nächsten vier Jahren 800 Studenten zusätzlich auf. Fünf Millionen Euro bekommt sie dafür vom Land. Ein Nutznießer ist der Fachbereich Textil. Die Zulassung wird erleichtert.

Die Hochschule Niederrhein ist die beliebteste Fachhochschule im Land. Das belegen die Bewerberzahlen. Jedes Jahr melden sich mehr als doppelt so viele Schulabgänger als die Hochschule aufnehmen kann. Alleine in Mönchengladbach stehen 2000 Plätzen 4500 Interessenten gegenüber.

Das geht so nicht weiter, fand die Hochschule und reichte schon Anfang des Jahres einen Antrag auf zusätzliche Mittel beim NRW-Innovationsministerium ein. Mit Erfolg. Von den 250 Millionen Euro, die das Land in den nächsten vier Jahren an 50 Hochschulen verteilt (Hochschulpakt), fließen rund fünf Millionen Euro nach Mönchengladbach und Krefeld. „Damit können wir bis zum Jahr 2010 die Zahl der Studienanfänger um insgesamt 800 steigern“, freut sich Rektor Professor Hermann Ostendorf.

Wo das Geld ausgegeben werden soll? „Wir nutzen das, um die Bremsen für den Hochschulzugang zu lockern“, sagt Ostendorf. Heißt konkret: Die in der Wirtschaft besonders gefragten Krefelder Fachbereiche Chemie und Maschinenbau („Ingenieurslücke“) werden wohl den dicksten Batzen bekommen. Neue Stellen für Professoren und wissenschaftliche Mitarbeiter, dazu bessere Ausstattungen der Labore und Bibliotheken stehen oben auf der Liste.

Doch auch die Fachbereiche in Mönchengladbach profitieren. „Wir werden die Zulassungsbeschränkungen im Fachbereich Textil- und Bekleidungstechnik in den nächsten zwei Jahren zurückfahren und mehr Studierende zulassen“, sagt Hochschul-Sprecher Rudolf Haupt. Ähnliches gilt wohl auch für den Fachbereich Oecotrophologie. Der unerwartet hohe Geldzufluss könnte auch den Bauprojekten am „Campus Mönchengladbach“ Auftrieb geben. Noch dieses Jahr soll der Neubau eines 3000 Quadratmeter großen Seminar- und Laborgebäudes beginnen, das an der Rheydter Straße entstehen soll. Dafür werden zwei Gebäude abgerissen, die noch im Besitz des Bau- und Liegenschaftsbetriebs NRW sind. Rund 6,5 Millionen Euro wird der Neubau kosten. Dass bislang noch nicht gebaut wird, liege wohl auch an fehlenden Genehmigungen von der Stadt, heißt es aus dem Umfeld der Hochschule.

Langfristig soll auch auf der Fläche hinter dem Gebäude der Wirtschaftswissenschaftler neu gebaut werden. Die Not ist offenbar groß. „Wir platzen aus allen Nähten“, stellt der Wirtschaftswissenschaftler, Professor Ingo Bieberstein, nüchtern fest.

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Quelle: Rheinische Post vom 25.04.07


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