Rhenus Lub macht so viel Umsatz wie nie

Autor: Magna cum MG 

Ohne seine Opas wäre Dr. Max Reiners, Inhaber des Rheindahlener Schmierstoff-Herstellers Rhenus Lub, heute nicht so erfolgreich. Der eine, Wilfried, übernahm einst die 125 Jahre alte Firma von Schlafhorst-Gründer Wilhelm Schlafhorst und baute das Geschäft mit Ölen und Fetten aus. Der andere, Konrad Adenauer, sorgte in seiner Zeit als Bundeskanzler dafür, dass Europas Märkte weiter zusammenwachsen und deutsche Firmen heute munter Nachbarmärkte erobern dürfen.

Auch Rhenus Lub macht das eifrig, seitdem Enkel Max Reiners 1989 die Firmenleitung übernommen hat. Inzwischen ist der Auslandsanteil am Gesamtumsatz auf 40 Prozent gestiegen. „Im europäischen Ausland ist noch jede Menge Wachstumspotenzial“, stellt Reiners fest. Vor allem in Osteuropa und in Frankreich, wo gerade ein Mitbewerber durch einen Verkauf entscheidend geschwächt wurde, sind Rhenus-Schmierstoffe gefragter denn je. Die ferneren Märkte, Indien und China, werden behutsamer angegangen. „Wir haben in China auch schon schlechte Erfahrungen gemacht“, sagt der alleinige Inhaber des Unternehmens.

Die Geschäftszahlen können sich jedenfalls sehen lassen. Der Umsatz erreichte 2006 eine Rekordsumme von 65 Millionen Euro. Knapp 26000 Tonnen Fette, Öle und Schmierstoffe wurden an die Industrie geliefert. Von elektrischen Zahnbürsten über Uhrengehäuse bis hin zu Eisenbahnschienen, haushohen Schaufelradbaggern oder den fünf Meter langen Titan-Teilen des neuen Großraum-Jets Airbus 380 werden die knapp 400verschiedenen Fette aus der Rheindahlener Produktion überall eingesetzt, wo geschmiert werden muss. Im Geschäft mit Kühlschmierstoffen ist das Unternehmen Marktführer in Deutschland.

Doch auch in der schönsten Bilanz gibt es Minusposten. So musste das Unternehmen einen Gewinnrückgang von drei Millionen Euro auf rund zwei Millionen Euro (vor Steuern) verkraften. Eine Ursache: der Ölpreisanstieg. Rhenus-Produkte werden aus dem so genannten Basisöl, einem Extrakt des Rohöls, gewonnen. „Aber wir können inzwischen auch qualitative Produkte aus alternativen Stoffen herstellen“, sagt Rhenus-Geschäftsführer Theo Bartholomäus. Nur sind die eben noch teurer.

Die 210 Mitarbeiter an der Erkelenzer Straße können indes beruhigt zum Mitarbeiterfest am 21. Mai gehen, das aus Anlass des 125-jährigen Firmenbestehens stattfindet. Das Unternehmen baut kein Personal ab, sondern stockt auf. Zehn neue Mitarbeiter kamen 2007 dazu.

Quelle: Rheinische Post vom 26. April 2007


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