Firmen wie Gerry Weber, Hugo Boss und Klaus Steilmann kommen zur Mode- und Textilmesse „MG zieht an“ im Mai nach Gladbach. Die Schau soll zur bedeutendsten Nachwuchsveranstaltung in Deutschland aufsteigen.
Wenn es nach den Veranstaltern geht, kann es für die wichtigste Nachwuchsveranstaltung der deutschen Mode- und Textilwirtschaft nur einen Standort geben: Mönchengladbach. Wo sonst studieren 1800 junge Leute an Europas größter Ausbildungseinrichtung Mode, Design oder Textiltechnik? Wo sonst bieten Textil-Unternehmen die gesamte Produktionskette vom Garn bis zum fertigen Kleidungsstück oder technischen Textil an? Und wo sonst sitzen weltbekannte Mode- und Textilfirmen wie Alberto, Gardeur, Van Laack, Aunde, Saurer, Trützschler oder A. Monforts?
Viele gute Gründe also für die Hochschule Niederrhein und die Wirtschaftsförderung die einst regional ausgerichtete Nachwuchsmesse „MG zieht an“ nun unter dem Slogan „Textil und Mode in NRW“ zu einer landesweiten Branchenschau zu machen. Am 11. und 12. Mai geben nicht nur Unternehmen aus der Stadt Einblicke in ihre Geschäfte und diskutieren über Trends. Auch Vertreter auswärtiger Branchengrößen wie Gerry Weber, Hugo Boss und Klaus Steilmann stellen sich in der Hochschule Niederrhein den Fragen des Nachwuchs. Insgesamt haben 65 Aussteller zugesagt, neuer Rekord.
Es gehe nicht nur um Nachwuchswerbung, sondern auch um Imagewerbung gehen, betont Dr. Ulrich Schückhaus, Geschäftsführer der Wirtschaftsförderung. „Wir wollen den Leuten klarmachen, wie erfolgreich und innovativ die Branche ist.“ Dass das offenbar nicht überall bekannt ist, beweist ausgerechnet die Landesregierung. Zu den 16 Leitbranchen, die jüngst für NRW definiert wurden, gehört die Mode- und Textilwirtschaft nicht. „Absolut unverständlich ist das“, findet Rolf Königs, Vorsitzender des Verbandes der Rheinischen Textilindustrie und Geschäftsführer der Gladbacher Aunde-Gruppe, die in 83 Werken in 22 Ländern Sitze für die Automobilindustrie produziert.
Die Bedeutung der Branche belegt Königs mit Zahlen. „Rund 25 Prozent aller Textilfirmen und 30 Prozent aller Bekleidungsunternehmen haben ihren Sitz in Nordrhein-Westfalen“, sagt er. Fast 30000 Menschen haben in dem Wirtschaftszweig (zum Teil wieder) einen Job gefunden. Entgegen aller Trends zeigen auch die Beschäftigtenzahlen für die Region Mönchengladbach wieder nach oben. Nachwuchs wird vor allem im Marketing, Vertrieb und der Logistik gesucht.
Doch auch wenn das Land die Branche stiefmütterlich behandelt, den Anspruch der Gladbacher stört das nicht. „Wir sind die Leader in Deutschland“, sagt Königs. Und das soll sich bitte schön auch bei der Messe im Mai widerspiegeln.
Quelle: Rheinische Post vom 27.April 2007
This entry was posted on Apr 27, 2007 at 11:50:26 and is filed under Hochschule aktuell. You can follow any responses to this entry through the RSS 2.0 feed, or leave a response (below) .
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