Immer mehr Gladbacher Gastronomen bieten ihren Kunden neben Kaffee und Kuchen auch den kostenlosen Zugang ins Internet. Voraussetzung: ein eigenes Laptop und ein kleiner Funkkasten im Café.
Im Gladbacher „Bankenviertel“ gehört nicht nur der gut sitzende Anzug der Geschäftsleute zum Bild. Immer öfter hetzen die Herren und Damen rund um den Bismarckplatz auch mit Laptop unterm Arm in die Mittagspause. Zeit ist eben Geld in der Geschäftswelt. Und das Büro ist stets mit dabei.
Darauf stellen sich auch die Gastronomen ein, wie beispielsweise die kleinen, unscheinbaren Funkkästchen im Bistro-Café „Chocolat“ beweisen. Mit Hilfe dieser so genannten Hotspots können die Kunden zwischen Kaffee trinken und Sandwich knabbern kostenlos und kabellos im Internet surfen. Vorausgesetzt sie bringen ihr Laptop mit. Das Betriebssystem des Computers findet dann über eine spezielle Funktechnik (W-Lan) automatisch das nächste verfügbare Netzwerk, mit dem die PC-Besitzer „online“ gehen können. Eine Kennung ist im „Chocolat“ am Bismarckplatz nicht nötig. Der Zugang ist kostenlos. Ein Mausklick genügt.
„In modernen Kaffebars ist die Technologie fast schon selbstverständlich“, sagt Inhaber Youssef Ouerdi (37). Fast ein Fünftel seiner Kunden würden das Angebot nutzen, und in der Mittagspause E-Mails kontrollieren oder im Internet surfen, schätzt er. Viel investieren musste er für die Installation der Technik nicht. „Das war ein Sponsoring-Angebot von der Telekom.“ Jetzt zahle er eine gewöhnliche „Flatrate“, also einen monatlich festgelegten Pauschalbetrag, für das Angebot. „Und alle Gäste können umsonst mitsurfen.“
Viele Kollegen denken wie Ouerdi und haben die drahtlose Technik in ihre Bistros, Restaurants und Cafés installiert. Im Valentino an der Hindenburgstraße zum Beispiel, im „Martini’s“ an der Hauptstraße, im „Rossini“ oder im „Coffee In“ in Rheydt. Dazu kommen Subway-Restaurants, McDonalds-Filialen, Hotels, der Gladbacher Flughafen und die Bar im Hockey-Park. Im „Coffee In“ an der Limitenstraße zahlen die Kunden, die beim Kaffee schlürfen im Internet surfen wollen, einen Tagessatz, der per Kreditkarte abgebucht wird. Wer T-Online-Kunde ist, kann innerhalb seines bestehenden Vertrags ins Netz gehen. „Es nutzen immer mehr Kunden diese Möglichkeit“, hat Inhaber Jürgen Broich beobachtet. „Viele wollen eben auch in der Pause per E-Mail erreichbar sein oder etwas vorbereiten.“ So hält die Entwicklung zu einer vernetzten und ständig auf Empfang ausgerichteten Gesellschaft auch Einzug in die Mittags-Cafés und Restaurants. „Es scheint, als muss das heute eben so sein“, sagt Broich.
Das geht aber nur, wenn die Technik mitspielt. Abdelghani Makhloufi, Inhaber des Galerie Café Message, legte kürzlich sein Internet-Angebot auf Eis. „Dauerprobleme mit der Telekom“, schimpft der Gastronom. Jetzt sucht er einen neuen Anbieter. Verzichten will er auf das kabellose Internet für die Kunden indes nicht.
Quelle: Rheinische Post vom 7. Juli 2007
This entry was posted on Jul 07, 2007 at 10:47:23 and is filed under Lokale Wirtschaft. You can follow any responses to this entry through the RSS 2.0 feed, or leave a response (below) .
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