Die Hochschule Niederrhein plant mehr Forschungsprojekte für den Mittelstand und will sich auf diese Weise in der Region stärker als Partner positionieren. Das erklärte gestern der Rektor der Hochschule Niederrhein, Professor Hermann Ostendorf.
Seine Aussage stieß bei einem Gast auf besonderes Interesse: Ilse Aigner, forschungspolitische Sprecherin der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, war auf Einladung ihrer Bundestagskollegen Dr. Günter Krings und Uwe Schummer in Mönchengladbach und im Kreis Viersen. Dabei nutzte Aigner die Gelegenheit, um mit den Dekanen der Hochschule zu diskutieren.
Die Forschungspolitikerin erfuhr dabei von den Schwierigkeiten, wie sich eine Fachhochschule gegen renommierte Universitäten in Nachbarstädten profilieren muss. Da sind auf der einen Seite die Unternehmen aus dem Mittelstand, die zwar selbst kaum die personellen Kapazitäten für eigene Forschung haben, sich aber nur selten mit entsprechenden Aufträgen an die Hochschule Niederrhein wenden. Andererseits könnte diese einer Auftragsflut kaum gerecht werden, weil ihr selbst personelle Grenzen gesetzt sind. Ostendorf: „Uns fehlen qualifizierte Kräfte, die wir mit attraktiven Angeboten zeitlich befristet binden können.“ Eine Möglichkeit, die sich als Ausweg anböte: Die Hochschule Niederrhein kann besonders herausragende Studenten weiter bis zur Promotion begleiten. Dazu braucht sie aber Partner-Universitäten. „Und sie sollten auch irgendwo hier in der Nähe sein“, verlangte Ostendorf.
CDU-Politikerin Aigner hörte mit Interesse zu und versprach Hilfe. Sie forderte die Hochschule auf, ihr Wissen stärker in Unternehmen zu tragen und das eigene Ausbildungsangebot zu betonen. Finanzielle Zuschüsse bei Forschungsaufgaben schloss sie nicht aus. Ein Leuchtturmprojekt der Hochschule interessierte sie besonders: der kooperative Ingenieurstudiengang - zeitgleich einen Beruf zu erlernen und zu studieren.
Quelle: Rheinische Post vom 20. November 2007