Wirtschaft sauer: Aus für die Campusgespräche?

Autor: Magna cum MG 

Bei der jüngsten Mitgliederversammlung des Initiativkreises fielen deutliche Worte. „Eine Unverschämtheit“ und „eine Frechheit“ war nach Meinung der Wirtschaftsbosse das Verhalten der Hochschule. Das jüngste vom Initiativkreis organisierte Campusgespräch floppte nach einer Pannenserie in der Hochschule - und könnte deshalb das letzte in der FH gewesen sein.

Zu Beginn der Veranstaltung verloren sich nicht mal 150 Studenten im weiten Rund des Audimax. Auch die meisten Dekane und Mitarbeiter der Hochschule fehlten. Dabei diskutierten unten Experten, die sonst in den einschlägigen Fernseh-Talkshows die Welt erklären: Mit dem früheren EU-Ratspräsident Jaques Santer, dem ehemalige israelische Botschafter Avi Primor, dem frisch gekürten NRW-Minister Andreas Krautscheid und Alt-Rocker Heinz-Rudolf Kunze tauschten sich gleich vier überregional Prominente über die Bedeutung Europas für die Jugend aus.

In einem Brief an Rektor Ostendorf schreibt der Initiativkreis nun, dass „große Zweifel daran bestehen, ob die Veranstaltung entsprechend ihrer Bedeutung in ihrem Haus angekündigt, gewürdigt und begleitet wurde“. Probleme gab es demnach beim Versuch, Parkplätze für die Ehrengäste in der Nähe des Eingangs zu reservieren. Als Dekane vom Sicherheitspersonal darauf hingewiesen wurde, dass sie wegen der Podiumsteilnehmer ausnahmsweise nicht auf diesem Platz parken dürfen, sollen sie geantwortet haben: „Das interessiert uns nicht.“

Die Mitglieder des Initiativkreises, die mit einem Jahresbeitrag von 10000 Euro unter anderem auch die Campusgespräche finanzieren, denken über Konsequenzen nach. Das bestätigte Rolf Königs der RP. Man wolle die Reihe auf jeden Fall fortsetzen. „Wir wollen die jungen Leute nicht unter dem Fehlverhalten des Managements der Hochschule leiden lassen“, so Königs.

Es stelle sich allerdings die Frage, ob die Hochschule weiter der geeignete Partner für die Reihe sei. Er befürchte, dass sich die Hochschule durch solche Aktionen immer mehr an den Rand bugsiere.

„Wenn sie nicht an unserer Hilfe interessiert sind, sollen sie das einfach sagen“, so Königs gegenüber der RP. So endet auch der geharnischte Brief an Rektor Ostendorf: „Sollte in Ihrem Hause an der Fortsetzung ernsthaftes Interesse bestehen, bitte ich um entsprechenden Hinweis.“

Der Rektor wollte sich gestern zu der Angelegenheit nicht äußern. Dies sei, ließ er ausrichten, kein Thema für die Öffentlichkeit, sondern müsse zunächst unter den Partnern besprochen werden.

Quelle: Rheinische Post vom 4. Januar 2008