SMS Meer hat ein Bürogebäude für acht Millionen Euro und eine Schwerlast-Halle gebaut. Denn 220 Mitarbeiter der Leverkusener Firma Eumuco sollen in Gladbach integriert werden. Die ersten haben ihre Büros nun bezogen.
Michael Müller fährt jeden Morgen fast zwei Stunden mit dem Bus von Leverkusen zur Arbeit. Denn seine Firma ist „umgezogen”: Das ebenfalls zur SMS Group gehörende Maschinebauunternehmen SMS Eumuco in Leverkusen wurde in die SMS Meer Mönchengladbach integriert. „Als das bekannt wurde, haben wir erst gedacht, die Firma wird radikal abgebaut”, erinnert sich das Betriebsratsmitglied. Diese Sorgen sind vorbei. 120 ehemalige Eumuco-Kollegen sind nun in Mönchengladbach angekommen, 100 weitere werden bis zur Jahresmitte folgen.
Für die Zusammenlegung wurde für acht Millionen Euro ein fünfstöckiges Bürogebäude gebaut. Und das ist nun bezogen worden. Als Team zusammengeschweißt werden müssen die neuen und alten Mitarbeiter nicht: „Durch Job-Rotation und übergreifendes Arbeiten kennen sie die Situation, mit neuen Kollegen zusammen zu arbeiten”, erklärt Personalchef Manfred Peggen. Und es werden demnächst noch mehr neue Mitarbeiter hinzu kommen. Das Bürogebäude ist für 330 Mitarbeiter ausgelegt, nicht alle Plätze sind bisher besetzt. „Aufgrund der guten Auftragslage werden wir uns in den nächsten Jahren weiter verstärken”, sagt Peggen.
Gesucht werden überwiegend Ingenieure und Techniker, die den hohen Anforderungen von SMS Meer unter anderem in den Bereichen Software, Maschinenbau, Hydraulik und Elektronik gewachsen sind. „Wir suchen auch Mitarbeiter für den technischen Außendienst, die weltweit zum Einsatz kommen”, erklärt Peggen. Projektleiter Jens Wittenberg hat die Zusammenlegung der Firmen vor ganz andere Probleme gestellt: Er musste auf der schon dicht bebauten Industrieanlage am Ohlerkirchweg ein Objekt für 330 Arbeitsplätze errichten und das innerhalb eines dreiviertel Jahres. In moderner Architektur ist ein repräsentatives Gebäude mit offenen Bürolandschaften für die neuen Kollegen und Mitarbeiter von SMS Meer entstanden. „Wir haben ausschließlich mit Bauunternehmern und Firmen aus der Region zusammen gearbeitet”, sagt Wittenberg.
Die zweite Herausforderung: Eine 4500 Quadratmeter große Halle für Schwerlasten bis zu 200 Tonnen mit drei Kran-Ebenen wurde gebaut. „Das Bürogebäude und die Halle werden in Kooperation mit der NVV durch Erdwärme beheizt, beziehungsweise gekühlt”, sagt Wittenberg. Der eigentliche Umzug der Mitarbeiter, Akten und des Interieurs ging aufgrund des hohen Auftragsvolumens größtenteils in der arbeitsfreien Zeit zwischen Weihnachten und Neujahr sowie an den ersten Wochenenden des neuen Jahres über die Bühne: Die Mitarbeiter packten, und ein Umzugsunternehmen aus der Region transportierte alles in das neue Gebäude.
Michael Müller, der weiter in Leverkusen wohnt, fühlt sich wohl am neuen Arbeitsplatz. „Wir haben uns im Neubau eingelebt, die Kollegen haben uns sehr nett aufgenommen, alles hat gut geklappt”, sagt er.
Demnächst wird er mit dem Auto statt des Firmenbusses zum neuen Arbeitsplatz fahren, das erspart ihm eine gute halbe Stunde Fahrtzeit pro Strecke.
Quelle: Rheinische Post vom 16. Februar 2008