Weil manche Gebäude der Hochschule viel zu alt sind und die Studenten zu wenig Platz haben, wird der Campus umgebaut. Betagte Häuser verschwinden. Labore und eine neue Bibliothek entstehen. Das Land zahlt dafür.
Die Hochschule Niederrhein (HN) gibt ihrem Mönchengladbacher Campus ein neues Gesicht. Bis zum Jahr 2012 sollen zwischen der Richard-Wagner-Straße und der Rheydter Straße einige uralte Hochschulgebäude abgerissen und durch neue Hörsäle, Labore und Seminarräume ersetzt werden.
„Gebäude, die zum Teil aus den Jahren um 1903 stammen, genügen heutigen Standards überhaupt nicht“, sagt HN-Rektor Professor Hermann Ostendorf. Eine Lösung des Problems weiß er nach längeren Diskussionen mit Innovations-, Bau- und Finanzministerium des Landes nun: „Großzügig abräumen und etwas Neues gestalten.“
Dafür wird es Zeit. An der HN knubbeln sich die Studenten geradezu: Die Hochschule ist mit gut 130 Prozent mehr als ausgelastet. Damit die gut 5600 Studierenden in Mönchengladbach mehr und zeitgemäßere Räume bekommen, müssen die Bauten aus der Kaiserzeit weichen. Die denkmalgeschützte Ziegelstein-Fassade der ehemaligen Textilingenieurschule an der Webschulstraße bleibt zwar erhalten. Dahinter aber kreist in den uralten Laborräumen und Hallen die Abrissbirne - ein krachender Beitrag für bessere Studienbedingungen. Das Abbrechen und Neubauen soll in vier Abschnitten über die Bühne gehen.
Abschnitt I Um die akute Raumnot im Fachbereich Wirtschaft zu lindern, beginnen im dritten Quartal dieses Jahres die Arbeiten für einen Neubau zwischen Theodor-Heuss- und Richard-Wagner-Straße. Das Gebäude soll 1400 Quadratmeter Nutzfläche bieten, 4,7 Millionen Euro kosten und im Herbst 2009 fertig sein. Weitere 900 Quadratmeter vor allem für Labore liefert ein Neubau, der nahe der Mensa zwischen Richard-Wagner- und Rheydter Straße ab 2009 errichtet werden und 2010 zu beziehen sein soll.
Abschnitt II Die Ernährungswissenschaftler haben an der Rheydter Straße vor einigen Jahren eine schicke, neue Heimat bekommen. Ab 2009 soll an dieses Haus angebaut werden - und zwar bis zum Domizil der Textil-Prüfstelle. Was derzeit dazwischen steht, wird abgerissen. 2800 Quadratmeter Nutzfläche bietet der Anbau: Büros für Ernährungswissenschaftler und Textiler sowie Seminarräume, die auch andere Fachbereiche nutzen können - und zwar laut Plan ab 2011.
Abschnitt III Eine neue Bibliothek soll das „Schmuckstück“ im Zentrum des Geländes werden. Damit der Büchertempel diesen Anspruch einlöst, ist an einen Architektenwettbewerb gedacht. Voraussichtliche Bauzeit: 2011 bis 2012.
Abschnitt IV Die bisherige Bibliothek - „eingequetscht“ zwischen den Räumen der Wirtschaftswissenschaftler und dem Hörsaalgebäude an der Ecke Richard-Wagner-Straße/Webschulstraße - ist nicht erweiterbar. Deshalb wird sie umgebaut und dem Fachbereich Wirtschaft zur Verfügung gestellt.
Quelle: Rheinische Post vom 14. März 2008