Im Herbst sollte der erste Spatenstich für einen moderneren Campus der Hochschule getan werden. Doch dieser Plan verzögert sich. Das Land hat noch nicht das nötige Geld freigegeben. Jetzt kann es wohl erst im Frühjahr losgehen.
Der Umbau der Hochschule in Mönchengladbach beginnt später als geplant und dauert wohl auch länger. Weil die Landesregierung das nötige Geld noch nicht freigegeben hat, wird ein erster Abschnitt des „Masterplans“ für einen neuen Campus zwischen Theodor-Heuss-Straße frühestens erst im nächsten Frühjahr beginnen können - und nicht, wie erhofft, bereits im Herbst 2008. Ob das Land die Mittel für das Projekt in Mönchengladbach fließen lasse, werde das Kabinett voraussichtlich im April entscheiden. „Dann könnten wir eigentlich sofort loslegen“, sagt Philipp Webels, Architekt der Hochschule.
Gut 25 Millionen Euro „schwer“ ist der Masterplan, den die Hochschule für ihre Mönchengladbacher Filiale ersonnen hat. Angesichts einer Auslastungsquote von knapp unter 130 Prozent sorgt ein hoher Studentenüberschuss für Platzmangel; einige Gebäude sind veraltet, stammen noch aus dem frühen 20. Jahrhundert. Ein im März vorgestellter Neubau- und Modernisierungsplan sah vier Neubauten vor: eine Bibliothek, ein Anbau an das Domizil der Ernährungswissenschaftler an der Rheydter Straße, ein Haus für den Fachbereich Wirtschaft nahe der Theoder-Heuss-Straße und ein Institutsgebäude hauptsächlich für Labore neben der Mensa an der Richard-Wagner-Straße.
Statt dieser vier Neubauten sind in einem inzwischen überarbeiteten Plan nur noch drei vorgesehen. Dafür fällt der Bau an der Theodor-Heuss-Straße größer aus. Denn an dieser Stelle sollen nun nicht nur die Wirtschaftswissenschaftler neue Räume bekommen, sondern auch die einst im Institutsgebäude vorgesehenen Räume entstehen. Die Hochschule rechnet sich mit dieser Lösung offenbar auch bessere Chancen aus, im kommenden Jahr auf der Prioritätenliste des Landes vorne zu stehen und das nötige Geld zu bekommen.
An den Plänen für eine Bibliothek im Zentrum des Campus und den Anbau an der Rheydter Straße hat sich nach Angaben Webels nichts geändert. Wenn die Hochschule später als zunächst gehofft an der Theodor-Heuss-Straße mit dem Bauen loslegt, dürfte sich der Zeitplan für die beiden nächsten Abschnitte des Masterplans wohl über das ursprünglich angepeilte Schlussziel 2012 hinaus strecken. Wie lange, hängt vom Land, vom Geld und wohl auch von der Entwicklung der Studentenzahlen ab.
Die Debatte um eine dem Thema Energie gewidmete Fachhochschule im Hauptquartier macht Hochschul-Kanzler Kurt Kühr anscheinend wenig Kopfzerbrechen. In der jüngsten Sitzung der Bezirksvertretung Stadtmitte darauf angesprochen erwiderte Kühr: „Das würde bedeuten, im Hauptquartier eine weitere Fachhochschule zu bauen, die ganz anders ausgerichtet ist. Das würde unsere Pläne nicht berühren.“
Quelle: Rheinische Post vom 29. August 2008