Zweite Hochschule: Stadt hofft weiter

Autor: Magna cum MG 

Keine neue Hochschule im Hauptquartier, aber vielleicht einige neue Studienplätze im Textil-Fachbereich der Hochschule Niederrhein (HN) - so sieht es für Mönchengladbach aus, seit im Landes-Wissenschaftsministerium gestern eine erste Entscheidung über den geplanten Aus- und Neubau von Fachhochschulen gefallen ist.

Mönchengladbachs Idee, im Hauptquartier nach einem Abzug der Briten eine neue Fachhochschule zum Thema Energie zu gründen, hat sich schon in der ersten Bewerbungsrunde nicht gegen die Konkurrenz von zehn weiteren gründungswilligen Kommunen durchgesetzt. Das Ansinnen der Hochschule Niederrhein, ihr Angebot um 1000 Studienplätze in ingenieurwissenschaftlichen Fächern aufzustocken, hat hingegen die Hürde der ersten Vorauswahl genommen.

Dass das Hauptquartier als Standort einer zweiten Hochschule in Mönchengladbach aus dem Rennen ist, erfuhr Oberbürgermeister Norbert Bude gestern per Post vom Wissenschaftsminister des Landes. „Minister Andreas Pinkwart hatte in diesem Zusammenhang allerdings erfreulicherweise durchaus zum Ausdruck gebracht, dass wir auch bei einem Scheitern in der ersten Runde weiterhin an der Idee festhalten sollten“, kommentierte Bude gestern. Und kündigte an: „Genau das werden wir tun, schließlich haben wir nach wie vor die Hoffnung, diesen Plan mit Hilfe des Landes zu realisieren.“

Erfreute Mienen gab es gestern in der Hochschule Niederrhein, die mit sechs weiteren Fachhochschulen in die engere Wahl für zusätzliche Studienplätze gekommen ist. 2500 neue Plätze will Pinkwart an fünf Fachhochschulen in den Fächern Ingenieur- und Naturwissenschaften, Mathematik und Informatik schaffen. „Wir waren unbescheiden und haben 1000 neue Plätze beantragt“, sagt HN-Sprecher Rudolf Haupt. Die sollen in der stark nachgefragten Kooperativen Ingenieurausbildung (Kia) geschaffen werden. Dieses in drei Krefelder und einem Mönchengladbacher Fachbereich bereits praktizierte Modell kombiniert ein Studium mit einer Ausbildung in einem Unternehmen.

Einen Teil der neuen Plätze könnte der Fachbereich Textil in Mönchengladbach bekommen. Mit dem Angebot, zwei Stiftungsprofessuren einzurichten und in Neuss ein kostenloses Grundstück zu bieten, will sich der Kreis Neuss allerdings auch einen Teil des Kuchens sichern. Und zwar mit Kia-Studienplätzen für die Themen Energie und Lebensmitteltechnologie. Die Wirtschaftsförderer des Kreises haben etliche Unternehmen ihres Sprengels für die Idee gewonnen. Ein Job, den für die gesamte Region demnächst die von mehreren Kommunen getragene Standort Niederrhein GmbH im Verein mit der Hochschule übernehmen könnte.

Quelle: Rheinische Post vom 1. Oktober 2008, von HOLGER HINTZEN