Seit etwa einem halben Jahr gibt es ein Projekt, das versucht, eines der größten Geheimnisse der Naturwissenschaft mit Computerunterstützung zu lösen. Es geht um die Vorhersage der Dreidimensionalen Struktur von Proteinen anhand ihrer Aminosäuresequenz. Das Projekt mit dem Namen Rosetta@Home wird von Dr. David Baker, Professor für Biochemie an der Universität in Washington geleitet. Er bezeichnet es auch als "die Suche nach dem Heiligen Gral der Biologie".
Proteine sind die miniatur Maschinen die fast alle wichtigen Funktionen in Lebewesen ausführen. Sie bestehen aus einer unverzweigten Aminosäuresequenz die sich fast wie von selbst zu einer ganz bestimmten dreidimensionalen Struktur zusammenknäult. In der Sequenz steckt die Information, wie sie sich zusammenfaltet.

Das eigentliche Problem ist nun, dass die Berechnung der 3D-Konformation bisher viel zu aufwendig war. Und eigentlich noch ist. Das Projekt Rosetta@Home basiert jedoch auf einem neuen Ansatz, der die Berechnung des Problems über das Internet dezentralisiert. Dank einer frei verfügbaren Software können CPU Ressourcen auf Heim PCs zur Berechnung eines Teils des 3D-Konformations-Problemes benutzt werden. Ungenutzte CPU Zeit kann jeder zur Verfügung stellen, denn Rosetta@Home ersetzt einfach den Bildschirmschoner durch die Berechnung von Proteinstrukturen.
Desto mehr Strukturen man berechnet, desto mehr Credit Points bekommt man. Mehrere User können sich zu Teams zusammenschließen um möglichst viele Credit Points zu verdienen. Zur Belohnung kommt man, mit entsprechend vielen Credit Points, in eine Highscore die auf Internet Seite des Projektes veröffentlicht wird. Findet ein Computer zufällig, Baker vergleicht es mit Lotto spielen, eine bessere 3D-Struktur als alle vorangegangenen gibt es Bonuspunkte.
Hat ein Computer eine Teillösung gefunden, wird sie automatisch hochgeladen und ein neues Teilproblem heruntergeladen. So wird mit Hilfe des Internets, eine Rechenkapazität erreicht, die sonst nicht möglich wäre.
Baker verspricht sich von dem Projekt ein genaueres Verständnis über Proteinstrukturen und ihre Funktionalität. Dies könnte von enormem Wert für die Entwicklung neuer Medikamente sein.
This entry was posted on May 29, 2006 at 20:27:15 and is filed under Sonstiges. You can follow any responses to this entry through the RSS 2.0 feed, or leave a response (below) .
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