Die Zukunft der IT-Welt

Oktober 11th, 2006 Autor: Axel Rothenbücher -

Die Entwicklungen und Trends der letzten Jahre haben den zukünftigen Weg der IT-Industrie erahnen lassen: Desktop-PCs im klassischen Sinne - wenn man in dieser Industrie überhaupt von Klassik reden kann - werden in naher Zukunft nicht mehr existieren.

Einen heutigen Desktop-PC möchten wir dabei als einen PC definieren, der die üblichen Bürotätigkeiten, also u.a. das Verfassen von Textdokumenten, das Bearbeiten von Excel-Sheets, das Schreiben von eMails, die Verwaltung von Adressdaten und natürlich das Surfen im Internet, bewältigen kann.

Die Vorteile eines Desktop-PCs

Zum einen kann ein Desktop-PC auch unabhängig von firmeninternen Netzwerken als Stand-Alone-Gerät (offline) verwendet werden. Dieser Vorteil wird jedoch dadurch gemindert, dass in den meisten Unternehmen, in denen PCs zum Einsatz kommen, sämtliche Daten zentral im Netzwerk gespeichert werden. Dabei ist die Software, die der Anwender benötigt um seine Arbeit zu bewältigen, lokal auf dem System installiert (z.B. Office-Anwendungen). Der Anwender könnte also Dateien bearbeiten, allerdings ist er ohne Netzwerk sehr stark eingeschränkt.
Zum anderen können Desktop-PCs individuell für die jeweiligen Abteilungen bzw. Mitarbeitern eingerichtet werden. So kann z.B. bei einem CAD-Zeichner eine leistungsfähigere Grafikkarte installiert werden.

Die Nachteile eines Desktop-PCs

Der eindeutige Nachteil eines klassischen Desktop-PCs ist die dezentrale Installation der Anwendungssoftware. In einem Firmennetzwerk muss jeder PC mit der für den Arbeitsplatz notwendigen Software ausgestattet werden. Dieser Nachteil wird potenziert, wenn ein Update für die installierte Software aufgespielt werden muss. Jeder Computer muss hierbei einzeln bearbeitet werden. Zwar wird der Aufwand durch Installations-Tools für Netzwerke verringert, jedoch bietet jede einzelne Installation immer noch genügend Fehlerquellen, um dem Administrator das Leben schwer zu machen. Desweiteren können Probleme dadurch auftreten, dass Computer bei einem Update übersehen/vergessen werden, weil diese z.B. von Außendienstmitarbeitern benutzt werden, die nicht immer im Hause sind.

Die Lösung

Das Internet bietet für die Lösung dieser Problematiken interessante Software, die sich unserer Meinung nach mittel- bis langfristig etablieren werden. Schon seit einigen Jahren existieren im Internet sog. Application Service Provider (ASP), die u.a. genau die oben angesprochenen Dienste online anbieten. Für den Anwender bedeutet das z.B., dass lokal auf seinem Desktop-PC keine Office-Anwendungen mehr installiert werden muss. Stattdessen öffnet er seinen handelsüblichen Browser, besucht sein Internet-Interface, meldet sich dort an und kann sofort online z.B. seine Excel-Sheets bearbeiten. Üblicherweise sind die Daten zentral auf einem Server gespeichert, so dass dem Anwender die Möglichkeit gegeben ist, dass er von jedem Ort der Welt auf seine Daten zugreifen kann.

Der Vorteil liegt hierbei eindeutig auf der Hand. Der ASP installiert nur eine Version der verwendeten Software zentral auf einem Server. Der Anwender bzw. dessen Unternehmen braucht keine Kapazitäten mehr zu investieren, um Updates durchzuführen. Seitens des ASP muss nur ein Update (pro Kunde z.B.) durchführen und jeder Anwender arbeitet bei seinem nächsten Login mit der aktuellsten Softwareversion.

Kritiker merken an, dass durch die Verwendung des Internets erhebliche Sicherheitslücken entstehen, da die Datenübertragung via HTTP „immer angezapft werden kann“ und deswegen für sensible Daten ungeeignet ist. Ganz von der Hand zu weisen ist das nicht. Allerdings hat sich in der letzten Zeit auch die Sicherheit im Internet erheblich gesteigert (Stichworte: SSL, Public Key Infrastrukturen, verschlüsselte Datenübertragung). Dieses Gegenargument kann deswegen mit gutem Gewissen abgeschwächt werden, allerdings darf es nie außer Acht gelassen werden.

Ein ASP kann jedoch, um die möglichen Sicherheitslücken im Internet komplett zu umgehen, seine Dienste auch im firmeninternen Extranet installieren. Der Investitionsaufwand hält sich dabei in Grenzen, da für die meisten Dienste ein üblicher Webserver ausreicht.

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